Rechenzentren in der Schweiz - Stromverbrauch und Effizienzpotenzial

Mit der fortschreitenden Digitalisierung in Haushalten und Unternehmen sowie dem Aufkommen neuer Anwendungen – insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz – steigt der Bedarf an Datenverarbeitung, Kommunikation und Speicherung rasant. Die Dynamik im Rechenzentrumsbereich ist entsprechend hoch.

Im Auftrag von Energie Schweiz einem Programm des Bundesamts für Energie (BFE) hat TEP Energy in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern und Willers eine umfangreiche Erhebung bei Unternehmen und Rechenzentren durchgeführt. Ziel ist es, die Entwicklungen der digitalen Infrastruktur in der Schweiz und deren energetische Auswirkungen zu analysieren.

Die Studie aktualisiert die Datenlage und liefert energiepolitisch relevante Erkenntnisse.

Als Teil der Studie wurden folgende Erhebungen getätigt:

  • Erhebung aktueller Daten zum Stromverbrauch von Rechenzentren in der Schweiz, differenziert nach Kategorien: Rechenzentren, Hyperscaler und Colocation-Rechenzentren.
    Die Rechenzentren der Schweiz haben im Jahr 2024 knapp 2.1 TWh Strom verbraucht, was ungefähr 3,6 Prozent des gesamten Stromverbrauchs entspricht. Bis 2030 wird ein Anstieg des Stromverbrauchs der inländischen Rechenzentren auf 2,5 bis 3,2 TWh erwartet. Der Verbrauch ist also seit der letzten Studie 2019 bis 2024 um +18% gestiegen.
  • Abschätzung des bereits ausgeschöpften und des verbleibenden Energieeffizienzpotenzials, untergliedert in IT-seitige und infrastrukturseitige Potenziale sowie nach Rechenzentrumskategorien.
    Das verbleibende Energieeffizienzpotenzial wird auf rund 0.78 TWh geschätzt. Das relative Effizienzpotenzial beträgt 38% und ist damit immer noch hoch, obwohl viele Infrastruktur­mass­nahmen bereits umgesetzt sind.
  • Analyse der Entwicklungen im Schweizer Rechenzentrumsmarkt und seines relevanten Kontexts, wie z. B. gesetzliche Rahmenbedingungen, Brancheninitiativen, nachfrageseitige Trends (etwa Aus- und Verlagerungen) sowie neue Anforderungen – insbesondere im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Dabei werden auch internationale Entwicklungen berücksichtigt.
    Die Künstliche Intelligenz (KI) spielt derzeit in der Schweiz aus energetischer Sicht eine unter­geordnete Rolle. Grosses Modelltraining findet kaum im Inland statt. Treiber des Anstiegs bei kommerziellen Rechenzentren ist primär die Migration von internen Rechenzentren hin zu Colocation Rechenzentren und in die Cloud, was eine Stabilisierung bis hin zu einer leichten Reduktion bei den unter­nehmens­internen Rechenzentren ermöglicht.
  • Durch Interviews mit Expert:innen - und Stake­holder: innen werden weitere Erkenntnisse gewonnen. Sie sollen besonders wichtige aktuelle und künftige Ent­wick­lungen, ins­be­sondere die Treiber der vergangenen und künftigen Stromnachfrage von Rechenzentren sowie den Einfluss der Energieeffizienz und der Künstliche Intelligenz auf die aktuelle und künftige Stromnachfrage von Rechenzentren thematisieren.

Projektinfos

  • Projektlaufzeit2024–2025, 2019–2020

  • Kontakt TEP EnergyMartin Jakob

  • AuftraggeberBundesamt für Energie

  • ProjektpartnerHSLU, Jobst Willers Engineering AG, ASUT, Profondia AG

  • Grundlagenbericht 2026(PDF)

  • Interview im BFE-Magazin energeia(URL)

  • Kurzbericht 2026(PDF)

  • Schlussbericht 2021(PDF)

Referenzprojekte

Berichterstattung zur Nachhaltigkeit der EPIC Suisse AG

Seit 2022 unterstützen TEP Energy und Sustainserve die EPIC Suisse AG bei ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung, insbesondere durch die Ermittlung des Energie- und Wasserverbrauchs sowie der entsprechenden Treibhausgasemissionen nach Scope. Diese Erkenntnisse haben zum Monitoring der Treibhausgasemissionen von EPIC und zur Festlegung eines Reduktionspfads beigetragen.

SURE - SUstainable and REsilient energy for Switzerland

Sweet - SURE untersucht den Einfluss disruptiver Ereignisse auf das Schweizer Energiesystem. TEP Energy bearbeitet Energienachfragethemen wie z.B. die Nachfrageentwicklung nach Energieträgern in der Schweiz, die Auswirkung von Schocks auf die Nachfragelast, Einsatzmöglichkeiten von Gross-Wärmepumpen.

Potenzial- und Machbarkeitsstudie Wärmeversorgung Aesch

Die Gemeinde Aesch (BL) entwickelt eine klimafreundliche, wirtschaftliche und sichere Wärmeversorgung für Haushalte und Gewerbe. Ziel ist es, die nationalen Klimaziele (Netto-Null bis 2050) zu erreichen und eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur aufzubauen. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden erneuerbare Energiequellen für Heizwärme und Warmwasser, darunter Geothermie, Nah- und Fernwärmelösungen sowie Luft-Wasser-Wärmepumpen, analysiert. TEP Energy berücksichtigte dabei deren Wirtschaftlichkeit und die mögliche Umsetzung in verschiedenen Teilgebieten. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit eicher+pauli und der Gemeinde Aesch durchgeführt und bildet die Grundlage für die Wärmeplanung der Gemeinde.

Die Energieperspektiven der Schweiz

Unter der Leitung von Prognos ist TEP Energy gemeinsam mit weiteren renommierten Partnern an der Erarbeitung der Energieperspektiven im Auftrag des Bundesamts für Energie beteiligt.

Energiestadt Glarus

Mit dem Energiestadt Label können sich Gemeinden zertifizieren lassen, die sich kontinuierlich für eine effiziente Nutzung von Energie, den Klimaschutz und erneuerbare Energien sowie umweltverträgliche Mobilität einsetzen. Seit 2020 unterstützt TEP Energy die Gemeinde Glarus bei der Umsetzung und so auch beim Re-Audit des Labels Energiestadt im Jahr 2024.

Wärmeplan Dresden

Die Landeshauptstadt Dresden erstellt derzeit die Wärmeplanung für ihr Stadtgebiet gemäß dem zum 01. Januar 2024 in Kraft getretenen Wärmeplangesetz (WPG). TEP Energy unterstützt die sächsische Landeshauptstadt Dresden dabei. TEP setzt dabei die Räumliche Energieanalyse Toolbox (REAT) ein, um damit die Energie- und Klimaziele tragfähig und wirtschaftlich effizient erreichen zu können.

Energetische Erneuerungsraten im Gebäudebereich

Verschiedene energie- und klimapolitische Massnahmen von Bund und Kantonen zielen darauf ab, die energetische Sanierungsrate deutlich zu steigern. Gestützt auf diese umfangreiche Erhebung wird aufgezeigt, wie sich die energetische Erneuerungsrate in letzten Jahren entwickelt hat und wie hoch sie aktuell ist.

Kommunale Energieplanung in Volketswil

Mit Verweis auf ihre klimapolitischen Zielsetzungen und als Ergebnis ihres Energiestadtprozesses lässt die Gemeinde Volketswil ihre kommunale Energieplanung überarbeiten.

Kommunale Energieplanung Glarus

Auf Basis der kantonalen Energiegesetzrevision von 2021 überarbeitet die Gemeinde Glarus die kommunale Energieplanung mit dem Ziel einer fossilfreien Wärmeversorgung. TEP Energy unterstützt die Gemeinde mit ihren Lösungen wie der Räumlichen Energieanalyse Toolbox (REAT) und dem Gebäudeparkmodell, um damit die Energie- und Klimaziele tragfähig und wirtschaftlich effizient erreichen zu können. 

Länderspezifische Marktberichte für Gebäude

Die Erstellung von Building Market Briefs (BMB) ist eine Climate-KIC-Initiative innerhalb des Flaggschiffs Building Technologies Accelerator (BTA), die darauf abzielt, Erkenntnisse über den Gebäude- und Bausektor zu gewinnen, um kohlenstoffarme Investitionen und Skalierung zu fördern.

Energieperspektiven Schweiz 2050+

Für die Aktualisierung der Energieperspektiven 2050+ des BFE erstellen wir die Szenarioergebnisse für den Dienstleistungssektor und die Landwirtschaft. Weitere Beiträge werden in den Exkursen publiziert.

Kennwerte Gebäudekühlung

Erhebung von Kältekennwerten und Verbesserung der Datengrundlage als Hilfe für die strategische Gebäudeplanung.

WIS - Wärme Initiative Schweiz

Im Auftrag der Wärme Initiative Schweiz (WIS) wird die Dekarbonisierung des Wärmesektors bis 2050 untersucht. Zur Anwendung kommen räumliche Potenzialanalysen und das Gebäudeparkmodell Schweiz (GPM).

Aufbau der EEG-Plattform

Durch die EEG-Plattform können die erarbeiteten Aktionen aus dem EEG-Aktionsplan gemeinsam weiterentwickelt und schweizweit umgesetzt werden.

CoolCity

Abschätzung des Potenzials zur Seewassernutzung zur Deckung von Wärme- und Kältebedarf in der Stadt Zürich.

Studie zum subsidiären Verbot fossiler Heizungen

Die Schweizer Klimapolitik steht vor grossen Herausforderungen, insbesondere im Gebäudebereich. Untersucht wurden die Auswirkungen eines möglichen Verbots von fossilen Heizungen ab 2030, wenn die Klimaziele anderweitig nicht erreicht werden können.

Energiespar - Contracting

Die Steigerung der Energieeffizienz ist einer der zentralen Pfeiler der Schweizerischen Energiepolitik und Energiespar-Contracting kann einen Beitrag dazu leisten.

Erweiterung Gebäudeparkmodell für den SIA-Effizienzpfad

Mit dem erweiterten Gebäudeparkmodell werden die Primärenergie- und Treibhausgasemissionen von Neubau- und Erneuerungsprojekten mit den Zielwerten verglichen und die Wirkung energiepolitischer Zielsetzungen auf gesamtschweizerischer Ebene überprüft.